Live-Konzertpublikum vor beleuchteter Bühne mit professioneller Beschallung
Live-Musik bei 100 dB(A): Mit High-Fidelity-Filtern bleibt der Klang brillant und das Hörvermögen geschützt.

In Deutschland gilt nach DIN 15905-5 für Veranstalter ein Schallpegelrichtwert von 99 dB(A) gemittelt über 30 Minuten am lautesten Publikumsplatz. In der Praxis, insbesondere in der Nähe der mächtigen Line-Array-Lautsprecher oder bei Rock-, Metal- und Techno-Events, werden kurzzeitig Spitzenpegel von 105 bis 110 dB(A) erreicht. Bei solchen Lautstärken ist das Innenohr bereits nach wenigen Minuten akut überlastet.

Schallpegel typischer Freizeit-Events

  • Bundesliga-Fußballstadion (Fangesänge & Torschrei): 95 – 105 dB(A).
  • Club / Diskothek auf der Tanzfläche: 95 – 102 dB(A).
  • Rock- und Popkonzert (Mischpultplatz): ca. 98 – 100 dB(A).
  • Erste Reihe vor den Lautsprechertürmen (PA): 105 – 115 dB(A).

High-Fidelity-Ohrstöpsel: Voller Klang ohne Dämpfungsverzerrung

Früher griffen Konzertbesucher zu gelben Schaumstoffstöpseln – mit dem Resultat, dass die Musik dumpf klang, als stünde man hinter einer Betonwand. Die Lösung moderner Akustiktechnik sind High-Fidelity-Filterstöpsel (z. B. mit Dämmwerten von SNR 16 bis 20 dB):

  • Lineare Frequenzdämpfung: Der akustische Resonanzfilter senkt tiefe, mittlere und hohe Frequenzen gleichmäßig ab. Gitarren, Gesang und Schlagzeug klingen präzise und differenziert – lediglich bei einer gesunden Lautstärke.
  • Bessere Sprachverständlichkeit: Da das Gehör nicht von extremen Pegeln übersteuert wird, verstehen Sie Gespräche mit Ihren Begleitern trotz Konzertlautstärke oft klarer als ohne Gehörschutz!

Die richtige Positionierung vor der Bühne

Stehen Sie niemals direkt neben oder unter den hängenden Lautsprechern (PA-Boxen). Der akustisch beste und sicherste Platz ist traditionell der Bereich rund um das Tonmischpult („Front of House“ / FOH) in der Mitte der Halle oder des Festivalgeländes. Dort kontrolliert der Tontechniker den Sound, sodass der Klang ausgewogen und der Pegel kontrolliert ist.

Ruhezonen auf Festivals nutzen

Mehrtägige Open-Air-Festivals bedeuten Dauerschall. Planen Sie feste Pausen ein: Gehen Sie zwischen den Auftritten Ihrer Lieblingsbands in ruhigere Bereiche, in den Food-Court oder auf den Zeltplatz. Eine 30-minütige Schallpause unter 70 dB verschafft dem Innenohr wichtige Erholungszeit.

Ohrgeräusche nach dem Event: Was tun?

Ein dumpfes Gefühl oder ein leises Pfeifen im Ohr nach einem lauten Abend ist ein Alarmsignal: Die Haarsinneszellen wurden überreizt. Gönnen Sie Ihren Ohren unverzüglich absolute Ruhe, schlafen Sie ausreichend und meiden Sie in den kommenden Tagen Kopfhörer. Sollte das Ohrgeräusch (Tinnitus) oder ein dumpfes Hörgefühl länger als 24 bis 48 Stunden anhalten, suchen Sie bitte einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) auf.